Danke in Corona-Zeiten

3. Juli 2020

Zuerst mal: Ja, ich mache noch Musik und es geht mir gut. Ich habe lange nichts geschrieben, aber mir hat einfach der Inhalt gefehlt – nichtmal wegen Corona, sondern weil ich jede freie Minute für das kommende Album benutze und die Ruhe genieße, die ich dafür habe.

Dass ich diese Zeit genießen kann, ohne große finanzielle Sorgen zu haben, verdanke ich einigen wenigen Leuten und Organisationen.

Vor über einem Monat habe ich gepostet: Bayern, ihr lasst uns Künstler und Musiker im Stich. Und das kann ich leider bis heute so unterschreiben. Manches ist besser geworden, Viele Unsicherheiten bleiben bestehen, allem voran die Angst um unsere Zukunft, denn nach wie vor ist nicht klar, wann Konzerte in normalem Rahmen wieder stattfinden dürfen.

Aber – und dieses ‚aber‘ ist mir persönlich so, so wichtig – es gab eine ganze Menge Menschen, die mir geholfen haben.

Und deshalb möchte ich mich heute nicht beschweren, sondern Danke sagen. Ganz offiziell und aus tiefstem Herzen, denn im Leben bekommt man normalerweise nichts geschenkt. Ich arbeite gern für mein Geld und bin deshalb unglaublich gerührt (manchmal sogar ein bisschen peinlich berührt), über die Hilfe, die ich bekommen habe.

Es fing an mit einer Gesellschaft, die für uns Musiker ohnehin eine großartige Arbeit leistet: Die GEMA. Danke an die GEMA, dass ihr mir gleich zu Beginn, ohne Verzögerung geholfen habt.

Gleich danach kommt die DOV. Ich bin nun gar nicht ausschließlich Orchestermusikerin, aber schon lange Mitglied in dieser, wie ich finde, sehr wichtigen Vereinigung. Ich kann die DOV jedem freischaffenden klassischen Musiker ans Herz legen, da sie in den letzten Jahren viele wichtige Schritte gegangen ist, damit auch die Freiberufler nicht ohne Fürsprecher dastehen.

Und auch Radio 80000 hat mir geholfen und das, obwohl sie selbst im Kulturbereich arbeiten. Das ist also alles andere als selbstverständlich.

An letzter Stelle geht aber ein ganz besonders großer Dank an Konstantin Wecker, sein Label Sturm & Klang und an Alle, die an folgenden Aktionen beteiligt waren.

Konstantin Wecker hat in den letzten Monaten nämlich unermüdlich weiter gemacht – er hat eine CD produziert, online Konzerte gegeben, war für jede Aktion zu haben… sämtliche Einnahmen aus dieser Arbeit landeten aber nicht bei ihm, sondern bei den Menschen, die daran beteiligt waren und auch bei Musikern aus seinem Label. So auch bei mir.

Nicht nur, dass ich letztes Jahr bei dem einzigen Label gelandet bin, was ich mir für meine Musik hätte vorstellen können – ich habe auch noch das Glück in diesem Zusammenhang mit Menschen arbeiten zu dürfen, die auf allen Ebenen integer und authentisch sind. Was für ein Glück ich doch habe!

Es sei gesagt, dass ich dieses Jahr natürlich trotz allem nicht in den Urlaub fahre und auch nicht über ein neues Sofa nachdenke – aber ich kann mein Album fertig machen, wiederum meine Musiker bezahlen und nach vorne denken.

Ich wünsche mir für alle Musiker, dass sie Menschen an ihrer Seite haben, die sie in einer solchen Zeit nicht vergessen, nicht degradieren, nicht abwerten, weil man Kunst nicht essen kann.

Wie so oft im Leben, sind die Dinge, die selbstverständlich geworden sind, die uns nicht so wichtig, nicht essentiell erscheinen, das, was wir am Ende am schmerzlichsten vermissen werden.

Ich habe neulich ein schönes Gedicht gelesen. Darin sah sich die Kunst als eine Mutter. Mütter sind immer da, so sehr, dass wir ihre immer währende Präsenz manchmal fast vergessen. Aber wenn es uns schlecht geht, dann wissen wir wieder, wie dringend wir sie brauchen.
Neben meiner wunderbaren Mama, ist die Musik auch wie eine Mutter für mich – und ich denke, da kann ich getrost für die gesamte Menschheit sprechen. Denn ohne Musik wäre das Leben ja bekanntlich ein totaler Irrtum.

Danke!

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